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Was sind Kornkreise?
Jedes Jahr werden weltweit zahlreiche faszinierende Muster in Getreidefeldern entdeckt. Die Pflanzen sind nicht abgeschnitten oder geknickt, sondern meist niedergedrückt und zu attraktiven Bodenmustern verdreht. Oft sind komplexe, geometrische Muster in einer hohen Präzision abgebildet, die mehrere Fussballfelder gross sein können. Ihre ganze Wirkung entfalten sie erst, wenn sie aus der Luft betrachtet werden.
Wo und wann gibt es Kornkreise?
Wie der Name schon sagt, treten die meisten Kornkreise in Getreidekulturen wie Weizen und Gerste auf. In geringerer Zahl finden sie sich in Raps, Leinsamen, Mohn, Borretsch, Gras, Tabak und in Gemüsekulturen wie Spinat, Saubohnen, Karotten und Reis. Auch in Wäldern oder auf verschneiten Wiesen wurden schon Kornkreise entdeckt. Entsprechend der Vegetationszeit erscheinen sie in Europa primär zwischen April und Oktober.
Kornkreise gibt es auf der ganzen Welt, wobei die überwiegende Mehrheit im Südwesten Englands in den Grafschaften Wiltshire und Hampshire zu beobachten sind. Vielleicht nicht zufällig sind dies gleichzeitig Regionen, die als Hotspots megalithischer Anlagen gelten, wie etwa Stonehenge oder Avebury. Bislang wurden in mehr als 60 Ländern etwa 7’000 Formationen registriert, darunter in Belgien, Deutschland, England, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Russland, Südkorea, der Schweiz und der Ukraine.
Wer macht die Kornkreise?
Einige Kornkreise wurden eindeutig von Menschenhand geschaffen, für andere gibt es hingegen bis heute noch keine eindeutige Antwort zur Entstehung. Augenzeugenberichten zufolge bilden sie sich innerhalb kürzester Zeit, verbunden mit Lichterscheinungen (Kugelblitzen, Plasmabällen) oder auch Geräuschen.
Oft sind die Wachstumsknoten der Halme verbogen, manchmal in die Länge gezogen oder aufgeplatzt. Wenn die Halme nicht nachträglich von Menschen zertrampelt werden, reifen die Pflanzen in dieser Position weiter.
In Experimenten konnte nachvollzogen werden, dass bei der Bildung elektromagnetische Kräfte im Spiel sein müssen. Veränderungen im Boden können zudem dazu führen, dass ein feines Abbild des Kornkreismusters ein Jahr später wieder erkennbar ist.
© Franz Ulrich
© Franz Ulrich
Seit wann gibt es Kornkreise?
Das Phänomen der Kornkreise geht weit zurück, vielleicht über tausende von Jahren. Eine Darstellung aus dem Jahr 1678 zeigt die Entstehung eines möglichen Kornkreises.
Das Auftauchen eines sensationellen Kornkreis-Piktogramms im Juli 1990 in Wiltshire (East Field Pictogram) sorgte weltweit für Aufsehen und machte das Phänomen weitherum bekannt. Dieses Ereignis war der Beginn einer neuen Ära in der modernen Geschichte der Kornkreise. In den folgenden Jahren kam es zu einer plötzlichen Zunahme und Veränderung ihrer Größe, ihrer Muster, ihrer Anzahl und ihrer Standorte. Aus kleinen, einfachen Kreisen entwickelten sich riesige, komplexe geometrische Muster von atemberaubender Präzision und Schönheit. Gleichzeitig stieg die Zahl der gemeldeten Kreise dramatisch an, auf weit über hundert Meldungen pro Jahr.
Jahre 1678. (Wikimedia Commons)
Kornkreisforschung
Die Kornkreisforschung war in den 1990er- bis in die 2010er-Jahre sehr aktiv. 1992 wurde das BLT Research Team in den USA ins Leben gerufen, das wichtige Erkenntnisse gewonnen und darüber wissenschaftliche Artikel publiziert hat. Zahlreiche andere Gruppierungen und Forscher haben dazu Bücher geschrieben und Websites veröffentlicht. Inzwischen ist es aufgrund fehlender neuer Erkenntnisse etwas ruhiger geworden, auch weil die Anzahl der Kornkreise nach dem Höhepunkt anfangs der 1990er-Jahre mit über 700 gemeldeten Formationen pro Jahr stark abgenommen hat. An der Entstehung von Kornkreisen sind vermutlich verschiedene elektromagnetische Felder und Kräfte beteiligt:
- Eine Art Mikrowellen, welche die Wachstumsknoten geschmeidig machen (in die Länge ziehen) und manchmal sogar aufplatzen lassen
- Elektrische Pulse, welche das Wachstum des Korns beeinflussen
- Starke magnetische Felder, welche im Erdboden zur Bildung von kleinen magnetischen Eisen-Kügelchen führen
Augenzeugen berichten, dass sich Kornkreise innerhalb weniger Minuten oder sogar Sekunden bilden, begleitet von Licht-Phänomenen wie Licht- oder Plasmabällen, Kugelblitzen, Wirbelwinden und weiteren nicht identifizierbaren Objekten.
Experimente vor Ort haben des weiteren aufgezeigt, dass Kornkreise mit dem menschlichen Bewusstsein interagieren. Ein sehr empfehlenswertes Buch über die Kornkreisforschung (und das heute noch erhältlich ist) ist „Crop Circles – History, Research and Theories“ von Eva-Marie Brekkesto.
Was sagen betroffene Landwirte dazu?
Landwirte leben vom Ertrag ihrer Felder. Dass sie deshalb nicht unbedingt erfreut sind an Kornkreisen, ist verständlich: Sie bedeuten eine Ertragseinbusse verbunden mit einem empfindlichen finanziellen Verlust.
Es ist die persönliche Entscheidung jeden Landwirtes, einen Kornkreis publik oder gar für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen – oder ihn schnellst möglich abzumähen. Es sollte daher selbstverständlich sein, dass seine Anweisungen befolgt und die Felder nicht unnötig zertrampelt werden. Mit einer Spende können das Wohlwollen und die Umtriebe des Landwirtes gewürdigt werden.
Bevor Sie einen Kornkreis betreten, überprüfen Sie bitte, ob der Landwirt den Zugang gestattet hat. Wenn (noch) keine Klarheit über den Zugang besteht, gehen Sie NICHT davon aus, dass die Erlaubnis erteilt wurde. Wir arbeiten in Absprache mit den örtlichen Landwirten und Landbesitzern. Ihre Entscheidungen bezüglich des Zugangs werden über unsere Website und unseren Newsletter bekannt gegeben.
Weitere informationen und Links zu Kornkreisen: